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SCHWERT-POESIE UND LEHRGEDICHTE

 


 

YANG CHENG FU SAGT:

Das Qi des Jian ist wie der Regenbogen,
das Schwert wird wie ein Drachen bewegt,
Jian und Shen werden vereinigt,
die Anwendungen der Schwerttechniken sind großartig.


 


 

LI JING LIN SAGT:

Die Essenz des Schwerttrainings liegt darin, den Körper wie einen schwimmenden Drachen zu bewegen. Es darf keine Pausen darin geben. Nachdem man für eine lange Zeit geübt hat, wird dein Körper mit dem Schwert verschmelzen und das Schwert wird mit deinem Geist verschmelzen. Diese Integration ist nahtlos. Damit wirst du beim Zweikampf bemerken, dass obwohl du dein Schwert nicht bewegst, es doch überall rasch ankommen kann, wann immer es die Situation erfordert. Von jemand, der dieses Konzept versteht, kann man sagen, dass er die Schwertkunst kennt.

 


 

SUN LU TANG SAGT:

Das Schwert und der Körper sind miteinander verschmolzen. Das ist der sogenannte „unsterbliche Level“ der Kunst. Man kann ihn nur in so einer Person (Xian Ren – Unsterblicher) finden.

 


 

DU XING WU SAGT:

Es schaut aus als ob er nichts tut, Doch Wunder manifestieren sich durch die Verwandlungen in seinem Geist.



 

DAS LIED VON DER LEERE DER DREI HERZEN

Das Zentrum der Hand ist entspannt, das Schwert lebendig;
Das Zentrum der Füße ist entspannt, die Schritte schnell;
Der Scheitel ist entspannt, Körper und Augen werden eins.


 


 

DAS LIED VOM SCHWERTTRAINING

Geist, Herz und Augen sind der Kommandant,
Hände, Füße, Taille und Kua sind die Untergebenen,
Das Dantian ist das Lagerhaus für die innere Kraft,
Essenz, Energie, Geist und Mut müssen im Übermaß
vorhanden sein,
Inneres und äußeres Gongfu müssen beide sorgfältig
geübt werden,
nur wenn der Körper und Schwert miteinander
verschmolzen werden,
können wir sagen dass Dao – der Weg gefunden worden ist.


 


 

DAS LIED DER VIER METHODEN

Wenn deine Hände da sind, deine Füße aber nicht,
dann fragst du bloß nach Problemen;
Wenn dein Kopf unten hängt und deine Taille geknickt ist,
kann deine Fähigkeit nicht gut sein;
Im Bauch drinnen, gibt es tiefe und sinkende Kraft;
Wenn du auf Feinde triffst, dann bewege dich wie Feuer,
das sich ausbreitet;
Nur wenn deine Augen, Füße und Hände alle da sind,
kannst du die Essenz der Schwertkunst erlangen.


 

SCHWERT-POESIE

 


 

Chinesische Weisheit

Zuerst das Schwert in der Hand, aber nicht im Herz,
dann das Schwert in der Hand und im Herz,
schließlich das Schwert im Herz, aber nicht in der Hand.


 


 

Zhuangzi belehrt König Wen (ca. 4. Jhdt. v. Chr)

„Einer der ein Schwert handhabt,
enthüllt dem Gegner seine Leere,
gibt ihm eine vorteilhafte Öffnung,
macht seine Bewegung nach ihm,
kommt vor ihm an.“


 


 

Die Kriegerin Yue Nu belehrt den König von Yue (ca. 200 v. Chr.)

Die Kunst das Schwert zu führen ist extrem subtil und schwer zu fassen; ihre Prinzipien sind höchst geheim und tiefgründig. Das Dao hat seine Pforte und sein Tor, sein Yin und Yang. Öffne die Pforte und schließe die Tür; Yin nimmt ab und Yang steigt. Wenn man die Kunst vom Mann zu Mann Kampf übt, sammle deinen Geist im Inneren und gib äußerlich den Eindruck von Entspannung. Du sollst ausschauen wie eine bescheidene Frau und zuschlagen wie ein wilder Tiger. Während du verschiedene Positionen einnimmst, reguliere dein Qi, bewege dich immer mit dem Geist. Deine Fähigkeit soll so offensichtlich sein wie die Sonne, und so überraschend wie ein eingesperrter Hase. Dein Gegner bemüht sich deine Form zu verfolgen,und deinen Schatten zu jagen, doch dein Abbild schwebt zwischen Existenz und Nichtexistenz. Der Atem bewegt sich ein und aus und sollte niemals gehalten werden. Weder ob du mit deinem Gegner vertikal oder horizontal schließt, mit oder gegen den Fluss, greife niemals frontal an. Meisterschaft über diese Kunst erlaubt einem sich mit hundert zu messen und hundert sich mit tausend zu messen. Wenn es seine Hoheit testen möchte, kann ich es zu seiner Erbauung demonstrieren.


 


 

Autor xxx

„Die Bewegung gleicht der eines Drachen im Wasser, oben und unten sind verbunden, rechts und links folgen einander, Körper und Schwert sind eins, Schwert und Geist sind eins,
Geist und Qi sind eins, Qi und Kraft sind eins,
das Schwert ist allgegenwärtig,
Körper und Geist sind vereint,
innen und außen sind verbunden,
wenn wir diese Prinzipien verstehen,
sind wir dem Dao nicht nahe?


 


 

Li Mu Bai / Tiger & Dragon

"Wie die meisten Dinge bin ich nichts!
Die Wudang- Schule ist nichts,
die Schwertkunst ist nichts,
Das Grüne Schwert der Unterwelt ist nichts.
Alles wird bestimmt durch die Einstellung!"


 


 

Strategie und Prinzipien in der Wudang-Schwertkunst

1. Die Veränderung, der Wechsel richtet sich nach den Bewegungen des Gegners – ohne irgendeine bestimmte Regel

Dies ist bezeichnend für die Strategie und die Philosophie der Wudangschwertkunst. Das Training beginnt mit Formen und endet mit freiem Sparring. Die Techniken basieren auf den „wechselnden" Prinzipien des Tai Chi und des Bagua. Sie basieren auf dem Glauben, das stetige Veränderung ein fester Bestandteil der Natur ist und ein Bestandteil der Prinzipen der Wudang-Schwertkunst sein sollte.

2. Attackiere den Gegner in seinem schwächsten Moment, vermeide grobe Gewalt und besiege den Gegner mit einem einzelnen Angriff.

Das ist das strategische Prinzip der Wudang-Schwerttechnik. Es besagt „folge der Angriffs-Energie des Gegners und mache sie dir zu eigen"; „bleib gelassen und erwarte den nächsten Zug des Gegners"; „starte deine Verteildigung später aber treffe ihn bevor er dich trifft". Vermeide die direkte Konfrontation mit dem Gegner bzw. seinem harten Angriff und attackiere ihn, wenn seine Ausführung am schwächsten ist bzw. zum Ende kommt. Umrunde den Gegner aber attackiere ihn trotzdem in einer direkten Linie.Umkreise den Gegner um seine Angriffe zu erschweren.

ine weitere Einzigartigkeit der Wudang-Schwerttechnik ist – obwohl man ein Schwert benutzt – das die Angriffe des Gegners nicht unterbrochen, geblockt werden und es eigentlich zu keinem physischen Kontakt der Waffen kommt. Stattdessen findet der Schwertmann eine Lücke in der Verteildigung des Gegners und attackiert ihn mit Lichtgeschwindigkeit.

3. Der Körper harmoniert mit dem Schwert und das Schwert harmoniert mit dem Geist.

Das ist der Schlüssel zur Wudang-Schwertkunst. Es unterstreicht die wichtigkeit der Körperarbeit als Basis der Schwertführung. Der gesamte Bewegungsapparat – Oberkörper und Beinarbeit – bildet sozusagen mit dem Schwert eine Einheit. Der Köper bewegt sich wie ein Drache und das Schwert fliesst wie Elektrizität. Die Fußarbeit ist leicht und agil; der Körper ist weich und flexibel. Charackteristisch dafür sind auch die „Tai Chi -Hüfte und die Baqua Fußarbeit".

Genauso bedeutet es, das dass Schwert und der Geist verschmelzen und als eine Einheit zusammenarbeiten sollen. Das Schwert folgt den Gedanken, dem Geist. Die Kraft fliesst durch die Schwertspitze und so fliesst auch das Qi.

4. Neutralisiere den Angriff durch Körperarbeit und bewege dich schnell, leicht und standfest.

Dies sind bedeutende Eigenschaften in der Wudang-Schwerttechnik. Der Stil ist bekannt für seine manigfaltigen Variationsmöglichkeiten in Sachen Bewegung. Neben den gängigen vor- und zurück, links und rechts, finden auch viele Sprünge und und Bewegungen auf den Boden ihre Anwendung. Egal welche Bewegung auch immer – sie soll schnell, leicht und trotzdem stabil sein. Es wird gesagt, das ein Schwertmann sich schnell wie der Wind bewegen und dennoch standhaft wie ein Berg sein soll.

„Er entwaffnet den Gegner mit einer einzigen Attacke. Wenn er springt und durch die Luft wirbelt, erschreckt er die fliegenden Vögel. Wenn er über den Boden rollt, berührt er keinen Staub. Während seiner Attacke nimmt man nur eine leichten Luftzug wahr und sein Schwert ist unsichtbar. Während den fliessenden, wechselen Bewgunn nimmt man nur das reflektierte Licht des Schwertes, aber nicht das Schwert selbst wahr."